subkutane Zecken

Zecken UNTER der Haut? Kann nicht sein, oder?

In der Facebook-Gruppe „Wildkrankheiten“ häuften sich Fälle von mysteriösen Einschlüssen unter der Haut von Füchsen, die beim Abbalgen auffielen und bei näherer Betrachtung tatsächlich wie Zecken aussahen. Nur war dies so bis dato sehr selten wissenschaftlich beschrieben. Deswegen vermittelte ich den Kontakt zur Parasitologie meiner ehemaligen Universität und es wurden Proben zur genaueren Bestimmung eingesandt.

Dabei wurde festgestellt, dass es sich um den gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) handelte. Auch wurde auf eine aktuelle Studie hingewiesen, wonach in Rumänien und Tschechien bei etwa 15% der untersuchten Füchse (n = 91) subkutane Zecken unterschiedlicher Arten gefunden wurden (1).

Es gibt mehrere noch nicht gesicherte Theorien wie die Zecken überhaupt dorthin kommen. Die Älteste ist, dass Zecken mit längeren Mundwerkzeugen (z.B. adulte Ixodes-Arten) tiefer in die Haut stechen, wobei es dann bei den betroffenen Füchsen zu einer starken Ödematisierung (2) kommt, welche die Zecke umringt und später zuwächst. Laut einer anderen Theorie kommt es zu einer verlängerten parasitären Phase am Tier (z.B. bei niedrigen Umgebungstemperaturen), wobei die Epidermis und Dermis über die Zecken wachsen. Dies soll durch die Einklemmung von Beinen oder Mundwerkzeugen der Zecke im Fell des Wirtes begünstigt werden.

Es wäre interessant ob dieses Phänomen auch bei anderen Wirten wie z.B. Marder, Waschbär etc. auftritt. Sollte jemand mal so etwas beim Abbalgen feststellen, meldet euch bitte bei mir. Dann würde ich gerne Proben zur weiteren Typisierung einschicken.

1 D’Amico, G., Juránková, J., Tăbăran, F. A., Frgelecová, L., Forejtek, P., Matei, I. A., … & Mihalca, A. D. (2017). Occurrence of ticks in the subcutaneous tissue of red foxes, Vulpes vulpes in Czech Republic and Romania. Ticks and tick-borne diseases, 8(2), 309-312.
2 Flüssigkeitsansammlung im Gewebe

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